Welches Werkzeug zum Crimpen passt, hängt vor allem von drei Größen ab: wie viele Crimps je Kontaktart anfallen, wie viele Varianten die Serie hat und wie oft sich die Zeichnung ändert. Die Handzange des Kontaktherstellers ist bei Mustern, vielen Varianten und kleinen Losen im Vorteil, die Tischpresse mit Applikator bei mittleren Serien mit wenigen Kontaktarten, die vollautomatische Linie bei sehr großen, stabilen Stückzahlen. APOOL WERKE crimpt in Turov bei Pardubice und Moravská Třebová von Hand und mit beigestelltem Werkzeug; ein Crimpkontakt inklusive Einführen ins Gehäuse kostet 2026 10 ct – 25 ct (Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster). Diese Entscheidungshilfe ordnet die drei Wege ehrlich ein – auch dort, wo wir nicht der richtige Partner sind.
Was unterscheidet Handzange, Tischpresse und Vollautomat grundsätzlich?
Bei der Handzange legt die Mitarbeiterin den Kontakt in das passende Profil, führt die abisolierte Leitung ein und schließt die Zange, bis die Ratsche freigibt. Die Ratsche sorgt dafür, dass jeder Crimp vollständig geschlossen wird. Ablängen und Abisolieren sind eigene Arbeitsschritte davor.
Die Tischpresse arbeitet mit einem Applikator, der genau zu einem Kontakt passt und den Kontakt vom Band zuführt. Die Mitarbeiterin legt die abisolierte Leitung ein, die Presse crimpt mit fest eingestellter Höhe. Das ist schneller und gleichmäßiger als die Zange, verlangt aber je Kontaktart einen eigenen Applikator und eine Einrichtung beim Wechsel.
Der Vollautomat schneidet die Leitung von der Rolle, isoliert ab und crimpt eine oder beide Seiten in einem Durchlauf, oft mit eingebauter Crimpkraftüberwachung. Er ist für sehr hohe Stückzahlen gebaut, wie sie Bordnetz-Hersteller verarbeiten. Das Einrichten auf eine neue Leitung, eine neue Länge oder einen neuen Kontakt kostet dafür spürbar Zeit.
Welche Losgröße passt zu welchem Werkzeug?
Die Grenzen sind fließend und hängen vom Kontakt ab. Als grobe Orientierung aus der Praxis kann die folgende Übersicht dienen; die Mengen beziehen sich auf Crimps einer Kontaktart je Auftrag oder Abruf.
| Kriterium | Handzange | Tischpresse mit Applikator | Vollautomat |
|---|---|---|---|
| Typische Menge je Kontaktart | Muster bis einige Tausend Crimps | einige Tausend bis einige Zehntausend Crimps | sehr große, wiederkehrende Mengen |
| Rüstaufwand beim Wechsel | gering – Profil wählen, Muster messen | mittel – Applikator tauschen, Höhe einstellen | hoch – Leitung, Länge, Kontakt, Programm |
| Viele Varianten im Auftrag | gut geeignet | geeignet bei wenigen Kontaktarten | wenig geeignet |
| Häufige Zeichnungsänderungen | unkritisch | meist unkritisch | jede Änderung kostet Einrichtzeit |
| Gleichmäßigkeit der Crimphöhe | gut mit Ratschenzange, Stichproben nötig | sehr gut bei eingestelltem Applikator | sehr gut, oft mit Kraftüberwachung |
| Werkzeugkosten | niedrig | mittel, je Kontakt ein Applikator | hoch, lohnt nur bei Auslastung |
| Folgeschritte wie Gehäuse bestücken | am selben Arbeitsplatz | am selben oder nächsten Arbeitsplatz | meist getrennt von Hand |
Die Übersicht zeigt auch, warum viele Kabelsätze zwischen den Welten liegen: Die Leitungen sind zu verschieden, um eine Linie auszulasten, aber zu zahlreich, um sie nebenbei in der eigenen Fertigung zu machen. Genau dort arbeiten Kabelkonfektionierer mit Handarbeitsplätzen.
Wann rechnet sich die Handzange trotz längerer Taktzeit?
Immer dann, wenn der Rüstaufwand größer wäre als die gesparte Zeit. Ein Crimp von Hand dauert in unserem Rechner 10 Sekunden, das sind 6,2 ct Arbeitszeit zum Rechnersatz (Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster). Bei 300 Leitungen mit zwei Crimps und zwei Kammern kostet die Konfektion mit Einrichtung 195 €, also 0,65 € je Leitung. Bei 2.000 Leitungen sind es 620 € oder 31 ct je Leitung, weil sich die Einrichtung verteilt. In beiden Fällen gäbe es keinen Grund, eine Linie einzurichten.
Die Handzange hat außerdem einen Vorteil, der in keiner Taktzeit steht: Der Crimp entsteht am selben Platz, an dem die Leitung anschließend ins Gehäuse kommt, gekennzeichnet und gebündelt wird. Das spart Wege und Zwischenlager, und Fehler fallen dort auf, wo sie entstehen.
Wann ist die Tischpresse die bessere Wahl?
Wenn ein Kontakt über Wochen in großer Zahl gecrimpt wird und Sie einen passenden Applikator haben. Die Presse drückt jeden Crimp mit derselben eingestellten Höhe; die Streuung der Crimphöhe wird kleiner, die Zeit je Crimp kürzer. Bei uns gilt: Crimpkontakte verarbeiten wir mit dem Werkzeug des Kontaktherstellers, wenn es bei uns vorhanden ist, sonst mit Ihren beigestellten Handzangen oder Applikatoren – ob Werkzeug vorhanden ist, klären wir vor dem Angebot. Ob Ihr Applikator an unseren Plätzen eingesetzt werden kann, klären wir gemeinsam mit dem Kontakt vor dem Angebot und setzen dann die gemessene Zeit statt der Voreinstellung an.
Wichtig für Ihre Planung: Ein beigestellter Applikator bleibt Ihr Eigentum und gehört nur zu Ihrem Auftrag. Er wird bei der Einrichtung vermessen, die ersten Crimps prüfen wir wie bei der Handzange an der Crimphöhe und am Zugprüfgerät.
Wann gehört ein Kabelsatz an den Crimpvollautomaten?
Wenn eine oder wenige Leitungsvarianten in sehr großer, gleichbleibender Menge laufen, etwa Einzelleitungen mit zwei Kontakten für eine Großserie über viele Monate. Dann sinkt die Zeit je Leitung so stark, dass keine Handarbeit mithalten kann – das ist die Domäne spezialisierter Großserienkonfektionierer, und dort ist sie gut aufgehoben. Einen Crimpautomaten betreiben wir nicht und bieten Automatenarbeit auch nicht an.
Eine sinnvolle Arbeitsteilung sieht oft so aus: Die Einzelleitungen in Masse kommen vorkonfektioniert vom Automaten, die Varianten, Kleinmengen, Sonderkontakte und der Kabelbaum auf dem Nagelbrett laufen von Hand. Wir übernehmen dann den zweiten Teil – mit den vorkonfektionierten Leitungen als Beistellung.
Was ändert das Werkzeug an der Prüfung?
An der Prüfvorgabe ändert es nichts. Unabhängig vom Werkzeug gilt bei uns: Geprüft wird nach Ihrer Vorgabe oder dem Datenblatt des Kontaktherstellers: nach dem Einrichten crimpen wir 5 Muster, messen die Crimphöhe an Leiter- und Isolationscrimp mit der Messschraube und ziehen 2 davon am Zugprüfgerät ab – wiederholt bei Werkzeugwechsel, neuer Leitungscharge und je Schicht. Die Messwerte stehen im Prüfprotokoll je Los mit Soll und Toleranz. Wer sich an einer Norm orientiert, etwa an IPC/WHMA-A-620, gibt sie als Referenzbegriff in der Prüfvorgabe an; verbindlich sind für uns die Sollwerte Ihrer Zeichnung, ein Zertifikat haben wir nicht.
Was Crimphöhe und Abzugskraft genau aussagen, erklären die Lexikonbegriffe Crimphöhe und Abzugskraft. Woran Sie einen schlechten Crimp mit bloßem Auge erkennen, zeigt der Ratgeber Crimpfehler erkennen.
Welche Fragen klären die Entscheidung in fünf Minuten?
- Wie viele Crimps je Kontaktart fallen im Jahr an? Wenige Tausend sprechen für die Handzange, ein fester fünfstelliger Bedarf eines Kontakts für die Tischpresse.
- Wie viele Varianten hat der Kabelsatz? Viele Längen und Kontakte sprechen gegen jede Automatisierung.
- Wie stabil ist die Zeichnung? Häufige Revisionen verteuern jede Einrichtung.
- Gibt es das Werkzeug schon? Ein vorhandener Applikator oder eine Zange des Kontaktherstellers senkt die Einrichtung.
- Was passiert nach dem Crimp? Folgen Gehäuse, Kennzeichnung und Nagelbrett, bleibt der Crimp am besten am selben Arbeitsplatz.
Passen die Antworten zur Handarbeit, finden Sie die Leistung unter Crimpen und Steckverbinder bestücken und die typischen Aufbauten unter Crimpkontakte und Steckergehäuse. Ihre eigene Zahl rechnen Sie im Konfektionsrechner nach. Welche Unterlagen für das Angebot vorliegen sollten, beschreibt der Beitrag Kabelkonfektion auslagern auf apool.de.