Beigestelltes Material für die Kabelkonfektion planen Sie in sechs Schritten: Bedarf je Kabelsatz aus der Stückliste ableiten, Meter je Leitung samt Verschnitt rechnen, auf alle Crimpkontakte 3 % Reserve für Einrichtung, Erstmuster und Zugtests aufschlagen, jede Position getrennt verpacken und kennzeichnen, Lieferschein und Abholung abstimmen und den Wareneingang gegen die Stückliste abwarten. Wer so plant, vermeidet den häufigsten Grund für einen verschobenen Serienstart: Es fehlen die letzten Kontakte. Möchten Sie das Material nicht selbst stellen, beschaffen wir es nach Ihrer Stückliste gegen Beleg mit 8 % Handlingaufschlag (Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster). Konfektioniert wird in Turov bei Pardubice und Moravská Třebová.
Was stellen Sie bei, was kann APOOL beschaffen?
Leitungen, Kontakte, Gehäuse, Dichtungen, Aderendhülsen, Schrumpfschlauch, Tüllen, Kabelbinder und Wellrohr stellen Sie in der Regel abgezählt mit Lieferschein bei; auf Wunsch beschaffen wir nach Stückliste und Freigabe gegen Beleg mit 8 % Handlingaufschlag. In der Praxis stellen die meisten Kunden Leitungen und Kontakte bei, weil sie Rahmenverträge mit ihren Lieferanten haben oder die Teile ohnehin für die eigene Fertigung lagern. Kleinteile wie Kabelbinder, Aderendhülsen oder Gewebeband beschaffen wir dagegen häufig selbst, weil sich für wenige Hundert Stück keine eigene Bestellung beim Kunden lohnt. Mischformen sind üblich; wichtig ist nur, dass für jede Position der Stückliste feststeht, wer sie liefert.
| Position | Meist beigestellt | Worauf es bei der Menge ankommt |
|---|---|---|
| Leitungen und Litzen | ja, in Rollen oder Ringen | Meter je Typ, Querschnitt, Farbe plus Verschnitt |
| Crimpkontakte | ja, als Bandware oder lose | Stück plus 3 % Kontaktreserve |
| Steckergehäuse, Dichtungen, Verriegelungen | ja | Stück plus kleine Reserve für Erstmuster |
| Aderendhülsen, Kabelschuhe | teils | Stück je Ende, Reserve für Einrichtung |
| Schrumpfschlauch, Markierer, Tüllen | teils | Länge je Stelle mal Stellen, Verschnitt beim Zuschnitt |
| Kabelbinder, Gewebeband, Wellrohr | oft durch uns | Bindestellen je Kabelsatz, Meter Wellrohr je Abschnitt |
Schritt 1: Wie leiten Sie den Bedarf je Kabelsatz ab?
Grundlage ist die Stückliste: Jede Position hat eine Menge je Kabelsatz, die Sie mit der Stückzahl des Auftrags multiplizieren. Trennen Sie dabei Leitungen und Teile. Leitungen rechnen Sie in Metern je Typ, Querschnitt und Farbe; zwei Leitungen gleichen Typs, aber unterschiedlicher Farbe sind zwei Positionen. Teile rechnen Sie in Stück. Achten Sie darauf, dass Zeichnung und Stückliste denselben Revisionsstand haben – ein Kontakt, der in der Zeichnung geändert, in der Stückliste aber noch alt ist, fällt sonst erst im Wareneingang auf.
Schritt 2: Wie viel Verschnitt gehört zur Leitung?
Die Schnittlänge je Leitung mal Stückzahl ist nur der Nettobedarf. Dazu kommen die Leitungen für Einrichtung und Erstmuster, die Probeschnitte beim Einstellen der Abisolierlänge und das Anfangs- und Endstück jeder Rolle, das sich nicht mehr auf volle Länge schneiden lässt. Je kürzer die Leitungen und je mehr Rollen im Spiel sind, desto stärker fällt dieser Verschnitt ins Gewicht. Runden Sie auf volle Rollen oder Ringe auf, statt Restlängen mehrerer Rollen zusammenzustückeln: Jede angefangene Rolle bedeutet einen weiteren Wechsel am Arbeitsplatz und oft eine neue Leitungscharge.
Ein Beispiel: 2.000 Leitungen mit 850 mm Schnittlänge ergeben netto 1.700 Meter. Dazu kommen einige Leitungen für Einrichtung und Erstmuster sowie das Rollenende; bei Rollen mit 500 Metern bestellen Sie damit vier Rollen, nicht dreieinhalb.
Schritt 3: Warum brauchen Crimpkontakte eine Reserve?
Crimpkontakte werden beim Einrichten, beim Erstmuster und in der Zwischenkontrolle verbraucht. Geprüft wird nach Ihrer Vorgabe oder dem Datenblatt des Kontaktherstellers: nach dem Einrichten crimpen wir 5 Muster, messen die Crimphöhe an Leiter- und Isolationscrimp mit der Messschraube und ziehen 2 davon am Zugprüfgerät ab – wiederholt bei Werkzeugwechsel, neuer Leitungscharge und je Schicht. Die gezogenen Muster sind zerstört und nicht mehr verwendbar. Für Einrichtung, Erstmuster und die zerstörenden Zugtests planen Sie bitte 3 % Kontaktreserve ein. Im Beispiel mit 2.000 Leitungen und zwei Kontakten je Leitung sind das 4.000 Kontakte netto und 120 Kontakte Reserve, zusammen 4.120. Bei langen Serien mit vielen Schichten oder mehreren Leitungschargen kann die Reserve knapp werden; wir melden uns rechtzeitig, bevor sie aufgebraucht ist.
Gehäuse, Dichtungen und Verriegelungen werden nicht zerstörend geprüft. Hier genügt eine kleine Stückreserve für die Erstmuster und für Teile, die beim Bestücken beschädigt werden. Ausführlich zu den Begriffen: Crimpverbindung und Abzugskraft.
Schritt 4: Wie verpacken und kennzeichnen Sie das Material?
Jede Position kommt in einen eigenen Beutel oder Karton. Außen stehen die Positionsnummer der Stückliste, die Herstellerartikelnummer, die Menge und die Charge. Rollen tragen Typ, Querschnitt, Farbe und Restmenge. Kontakte als Bandware lassen Sie auf der Rolle, weil sie für Applikatoren und oft auch für die Zuführung am Handarbeitsplatz so gebraucht werden. Mischkartons mit mehreren Positionen verlängern den Wareneingang und erhöhen das Risiko, dass zwei ähnliche Kontakte verwechselt werden.
Schritt 5: Wie stimmen Sie Lieferschein und Abholung ab?
Der Lieferschein nennt jede Position mit derselben Positionsnummer wie die Stückliste und der gelieferten Menge. Teillieferungen kennzeichnen Sie als solche, damit im Wareneingang klar ist, was noch kommt. Das Material holt eine Partnerspedition binnen 24 Stunden nach Auftrag ab; wir organisieren den Transport, Sie müssen nur die Ware bereitstellen. Kleine Mengen wie Kontakte für ein Erstmuster schicken Sie direkt per Paket. EU-Binnenmarkt – kein Zoll, keine Ausfuhranmeldung; Lieferschein und Pro-forma-Rechnung für den Warenverkehr genügen.
Kabelkonfektion läuft an den Elektromontage-Arbeitsplätzen in Turov bei Pardubice und in Moravská Třebová; Wareneingang ist auch in den anderen Betrieben möglich, die Konfektion läuft dann intern weiter. Wie der Transport im Detail abläuft, beschreibt der Beitrag Transport Deutschland–Tschechien auf apool.de.
Schritt 6: Was passiert im Wareneingang?
Im Wareneingang zählen wir jede Position gegen die Stückliste, fotografieren Kartons und Etiketten und vermerken Leitungscharge und Kontaktcharge im Auftrag. Ab diesem Moment ist jede Charge einem Los zuordenbar; sie erscheint später im Prüfprotokoll. Fehlmengen, falsche Artikelnummern oder beschädigte Verpackungen melden wir am selben Tag mit Foto, bevor mit dem Erstmuster begonnen wird. So klären Sie Differenzen, solange noch Zeit bis zum Serienstart ist.
Restmaterial nach Auftragsende – angebrochene Rollen, übrige Kontakte, Gehäuse – geht mit der Rücklieferung und einer Restmengenliste an Sie zurück; auf Wunsch lagern wir es bis zum Folgeabruf ein.
Welche Fehler bremsen den Materialfluss am häufigsten?
- Zu knappe Kontaktreserve: Die Serie steht, bis Nachschub kommt – oft Wochen bei Sonderkontakten.
- Restlängen statt voller Rollen: viele Wechsel, mehrere Chargen in einem Los.
- Mischkartons ohne Positionsnummer: längerer Wareneingang, Verwechslungsgefahr.
- Stückliste und Zeichnung in verschiedenen Revisionen: falscher Kontakt geliefert.
- Kleinteile vergessen: Dichtungen oder Verriegelungen fehlen, obwohl Leitungen und Kontakte da sind.
Wie Sie den Materialbedarf mit dem Zeitplan des Auftrags verzahnen, zeigt der Ratgeber Kleinserie von Kabelsätzen in Tschechien. Die Leistungen finden Sie unter Kabelkonfektion und Kabelbäume und Ablängen, Abisolieren und Aderendhülsen; die Angebotsunterlagen fasst der Beitrag Kabelkonfektion auslagern auf apool.de zusammen.